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Xiaomi Redmi Note 7

05.06.2020 MH

Nachdem wir nun einige Wochen lang das Vergnügen hatten ein Xiaomi Redmi Note 7 unser Eigen zu nennen, möchten wir heute unsere Erfahrungen mit diesem guten Stück teilen. Zunächst einmal sei gesagt, dass es erwartungsgemäß kaum bis keine bösen Überraschungen gab. Obwohl. Eine gab es dann doch. Aber dazu im Laufe dieses Berichtes mehr. Wir haben uns hier das kleine Modell mit 3 GB RAM und 32 GB Massenspeicher in der wunderschönen Farbe blau einmal näher angesehen und über ein paar Wochen intensiv getestet.

Nun zu unserem eigentlichen Test. Das Gerät wurde uns wie üblich nicht gesponsert. Somit sind unsere hier dargestellten Erfahrungen frei von irgendwelchen Interessen von anderen Unternehmen. Uns hat das Gerät auf den ersten Blick so gut gefallen, dass wir es unbedingt einmal selbst in den Händen halten wollten. Unsere Begeisterung für die Marke Xiaomi ist jedoch langläufig bekannt und somit ist die Erwartungshaltung an das Redmi Note 7 entsprechend hoch. Konnte diese Erwartung erfüllt werden? Auch hier wollen wir das Fazit noch nicht spoilern. Blickt man jedoch auf die Ergebnisse, so wird schnell klar, dass es zum heutigen Stand einfach bessere Alternativen gibt.

SPEZIFIKATIONEN / SPECS

  • Plastik-Gehäuse mit „reflective Glass“ Rückseite
  • Gorilla Glas 5
  • 4.000er fest verbauter Akku
  • 6,3″ FHD+ Display
  • Snapdragon 660 Octa-Core-CPU mit bis zu 2.2 GHz
  • Adreno 512 Grafikeinheit
  • SAR Werte EU: 0,59 W/kg (Kopf) und 1,27 W/kg (Körper)
  • 48 MP + 5 MP Dual Kamera
  • Android 9 mit MIUI 11
  • LTE, Bluetooth 5.0, WLAN a/b/g/n/ac
  • 3 GB RAM, 32 GB Datenspeicher
  • Face-Unlock & Fingerprint-Scanner (Rückseite)

PRO

  • (relativ) günstig und moderne Optik
  • großes, gut aufgelöstes Display
  • Köpfhörer Klinkenbuchse
  • Infrarot Sensor (Fernbedienung)
  • Dual-SIM oder Single SIM + Micro-SD
  • ausdauernder 4000er Akku
  • Fingerprint & Face-Unlock
  • guter Empfang
  • tolle Verarbeitung

CONTRA

  •  3 GB RAM sind einfach zu wenig für die gebotenen Leistungen
  • die Sprachqualität überzeugte leider nicht immer
  • Softwareprobleme oder zu wenig Speicher?
  • kein NFC
  • keine IP Schutzzertifizierung

Verarbeitung, Konnektivität und Ergonomie

Die Verarbeitung ist, man muss es schon so sagen, Xiaomi-typisch ohne Makel. Das Gerät überzeugte in Qualität und Haptik. Dass eine Schutzhülle in aller Regel bei den Xiaomi Geräten beiliegt ist außerdem ein nicht unwesentlicher Faktor. Leider überzeugte uns die Software nicht in allen Belangen.

Sehr gut gefallen hat uns der Fingerabdruckscanner auf der Rückseite. Es gibt aus unserer Sicht nichts besseres für ein Einhandbedienung. Dies ist ein absoluter Vorteil gegenüber den mittlerweile üblichen im Display  verbauten Fingerabdruckscanner. Beim Entsperren des Gerätes gab es so fast nie Probleme. Alle sonstigen Tasten waren ebenfalls gut zu erreichen.

In Punkto Konnektivität hat sich das Redmi Note 7 bei uns kaum Schwächen erlaubt. Jedoch fehlt das NFC und wir hatten immer wieder Probleme mit unserer Huami Amazfit BIP Lite. Hier kam es häufig zu Verbindungsabbrüchen mit dem Bluetooth und Synchronisationsproblemen. Auch ein zurücksetzen des Gerätes und Neuverbinden brachte nur wenig Verbesserungen. Dies verwundert doch sehr, da Xiaomi als Kooperationspartner von Huami hier ein deutlich besseres Ergebnis liefern sollte. Ähnliche Probleme hatten wir auch mit einem Xiaomi Mi A3 und einem iPhone XR. Vielleicht liegt es auch an der „Smartwatch“ selbst. Ein Huawei P Smart Z funktionierte jedoch tadellos mit dem Tracker.

Kamera und Display

Das Display hat eine gewohnt hohe Qualität und man erkennt mit bloßem Auge keine Pixel. Alles wird scharf, schnell und sauber dargestellt. Jedoch mussten wir uns mehrfach sagen lassen, dass die dargestellten Farben nicht „richtig“ wirken und das Gefühl aufkommt, sie seien zu blass. Das ist aber sicher Ansichtssache. Das Display selbst erlaubte sich keine Schwächen.

Die Kamera macht für ein Gerät dieser Preisklasse hervorragende Bilder, solange die Lichtverhältnisse entsprechend gut sind. Hier gibt es kaum Beanstandungen. Auch die gemachten Nahaufnahmen gefielen uns sehr gut und waren sehr deteilreich. Der Auslöser regierte recht zügig. Zwei kleine Makel haben wir jedoch beim täglichen Gebrauch feststellten können. So klappte das Aufrufen der Kamera aus dem Sperrbildschirm nur mit erheblicher Verzögerung, machmal sogar überhaupt nicht. Und nachdem ein Bild gemacht wurde, dauerte es teilweise sehr lange bis die Kamera für die nächste Aufnahme bereit war. Das war teilweise schon sehr nervig und führte dazu, dass das ein oder andere Bild nicht gemacht werden konnte, weil die Kamera und Software zu langsam war. Hier kann definitiv nachgebessert werden. Leider ist nicht nachvollziehbar, ob die Systemressourcen ursächlich für diese Verzögerungen waren. Vielleicht ist dieser Umstand beim 4 GB Modell in dieser Form nicht vorhanden.

Software und Performance

Immer wieder sind wir überrascht, wie lange Xiaomi seine Geräte „up to date“ hält und somit vorbildlich agiert. Leider haben wir bis heute „nur“ mit Android 9 und MIUI 11 arbeiten können, da bisher ein weiteres Update aussteht, welches aber nach zahlreichen Informationen in den nächsten Wochen erscheinen soll. Das Note 7 als „älteres“ Gerät soll hier sogar eines der ersten Geräte sein, welches dieses Update erhält.

Die Software als solche wirkt gut durchdacht und man kann sehr angenehm damit arbeiten. Dennoch empfehlen wir, wie bereits beim Kameratest erwähnt, eher zum 4 GB Modell zu greifen, da die 3 GB doch recht schnell „voll“ zu sein scheinen. Der Performance kommt dies sicher zugute. So hatten wir hier bei unserem Gerät leider immer wieder mit Mikrorucklern und „Denkpausen“ der CPU zu tun. Ein Umstand der sicher nicht dem Snapdragon 660 geschuldet ist, der doch als grundsolider Mittelklasse Prozessor gilt.

Im Vergleich zum nahezu baugleichen Redmi Note 8 ist hier dem aktuelleren Gerät auf jeden Fall der Vorrang zu gewähren. Das Note 8 fühlt sich deutlich flüssiger an und es macht einfach mehr „Spaß“ damit zu arbeiten. Da sich hier nur mininale Unterschiede an der Hardware der Geräte finden lassen, liegt auch hier die Vermutung nahe, dass 1 GB RAM mehr eine deutliche Verbesserung bei der Systemperformance bedeuten.

Akku, Mobilität und Outdoorfähigkeit

In Sachen Akku macht Xiaomi aus unserer Sicht kein Unternehmen so schnell etwas vor. Die 4000 mAh reichen bei normaler Nutzung locker über den Tag. Selbst Poweruser, wie wir es sind, hatten nur selten Probleme mit ausreichendem Akku. Vergleichbare Geräte mit 5.000 mAh schneiden gefühlt nicht viel besser ab. Hier also eine klare Empfehlung und ein großes Lob an Xiaomi.

Die Outdoorfähigkeiten des Produktes wollen wir an dieser Stelle nicht bewerten. Die Rückseite lädt zu Kratzern ein. Das Material neigt naturgemäß zu Fingerabdrücken. Kratzer lassen sich kaum vermeiden. Durch die abstehende Kamera haben wir es sogar bei normaler Nutzung nicht vermeiden können, einen groben Kratzer über der Abdeckung zu bekommen.

Fazit

Das Gerät konnte uns in fast allen Bereichen überzeugen. Lediglich die Aussetzer beim Bluetooth mit der hauseigenen Smartwatch und der zu geringe RAM Speicher haben den Eindruck etwas getrübt. Wenn ihr hier zur besseren 4 GB Version greift, dann ist dieser Makel sich aus dem Weg zu räumen. Da es sich jedoch beim Note 7 nicht mehr um das neueste Gerät im Produktportfolio von Xiaomi handelt und der Preisverfall auch neuerer Geräte recht hoch ist, bleibt letztlich nur zu empfehlen, gleich ein Redmi Note 8 (welches sogar günstiger zu haben ist) oder sogar ein Redmi Note 9 in Betracht zu ziehen. Sollte sich jedoch eine günstige Gelegenheit für ein Note 7 ergeben, kann man mit diesem Gerät nicht viel falsch machen. Die meisten Kunden in dieser Preisklasse dürften positiv überrascht sein, wieviel Handy man zu diesem Preis bekommen kann.

Dieser Testbericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit, sondern soll einen persönlichen Eindruck vom hier vorgestellten Gerät geben. Wir bitten um Entschuldigung für die schlechte Bildqualität der Produktbilder.