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Ulefone S10 Pro

25.05.2019 MH

Heute haben wir das vielversprechende Ulefone S10 Pro im Haus und für euch getestet. Ulefone ist eine der chinesischen Marken, die in den letzten Jahren auf Marktplätzen wie ebay und Amazon imnmer häufiger zu finden sind. Ein Grund mehr, sich das Smartphone mit dem vielversprechenden Namen anzusehen, dass sicher seine Anleihen zumindest vom Namen her beim bekannten Galaxy von Samsung genommen hat. Das Unternehmen ist nach unseren Informationen seit 2014 aktiv unterwegs und hat bereits einige Smartphone auf den Markt gebracht. Bei Preisen von teils deutlich unter 100 € kann man sicher nicht viel verkehrt machen, denkt sich da vielleicht der Eine oder Andere. Oder doch? Wir haben es getestet.

Ulefone S10 Pro unboxing

Nun zu unserem „Testgerät“, welches wir im übrigen nicht von Ulefone gestellt bekommen haben und somit auch nicht irgendwelchen Vorgaben seitens des Herstellers unterliegen. Uns hat das Gerät auf den ersten Blick so gut gefallen, dass wir es unbedingt einmal selbst in den Händen halten wollten. Wir wollen an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten, aber es sei soviel vorweg genommen: Kleiner Preis = kleine Leistung?! Mit einem Preis von 99 € bei Amazon (sponsored Link) kann man tatsächlich von einem schmalen Taler sprechen. Blickt man jedoch auf die Ergebnisse, so wird schnell klar, der Preis ist schon fast zu hoch.

SPEZIFIKATIONEN / SPECS

  • Plastik-Gehäuse mit festverbauten 3350 mAh Akku
  • 5,7″ Display mit einer Auflösung von 1498 x 720 Punkten
  • Mediatek MT6739 Quad-Core-CPU mit 4 x 1,3 GHz
  • SAR Werte: k.A. W/kg (Kopf) und k.A. W/kg (Körper)
  • Dual 16 + 5 MP Kamera hinten, 8 MP Kamera vorn
  • Android 8.1 Oreo
  • LTE, Bluetooth 4.0, WLAN a/b/g/n
  • 2 GB RAM, 16 GB Datenspeicher
  • Face-Unlock & Fingerprint-Scanner

PRO

  • günstig und schick auf den ersten Blick
  • großes Display
  • Köpfhörer Klinkenbuchse
  • Dual-SIM + Micro-SD
  • ausdauernder Akku
  • Fingerprint & Face-Unlock
  • guter Empfang und gute Sprachqualität

CONTRA

  • veralteter Micro-USB-Anschluss (kein USB-C)
  • schlechte Systemperformance, nervige Ruckler
  • magere Kamera, gerade bei bewegten Bildern
  • dickes und veraltetes Design (außer der Notch)
  • kein NFC und somit kein mobiles bezahlen
  • keine IP Schutzzertifizierung
  • geringe Displayauflösung
Ulefone S10 Pro Smartphone

Verarbeitung, Konnektivität und Ergonomie

Die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick gut, wird aber bei genauerem Hinsehen eher ins unterdurchschnittliche korrigiert. Je länger wir das Gerät in der Hand hatten, desto mehr sind uns die ein oder anderen Verarbeitungsmängel aufgefallen. Angefangen bei dem recht dicken Design über einer unsauberen Lackierung bis hin zu sehr üblen Designfehlern bei der Notch. Diese verdeckt offenbar teilweise den noch sichtbaren Bereich des Display, wirkt wie „abgehoben“ und nicht so richtig passend. Es fällt extrem schwer hier den Eindruck zu beschreiben. Gut ist er allerdings nicht. Und je länger man auf das Display schaut, desto nerviger wird das Ganze. Zumal auch die Symbole neben der Notch so „verschoben“ und angepresst wirken, dass man das Gefühl bekommt, das Display würde nicht richtig im Gehäuse sitzen.

Besser sieht es da beim Fingerabdruckscanner auf der Rückseite und den seitlichen Tasten aus, die zumindest die erwarteten Funktionen sauber ausführen und sich keine groben Schnitzer erlaubten. Die einhändige Bedienung ist damit sogar noch möglich. Jedoch nur, wenn man nicht den mitgeliefert Bumper verwendet, der das ohnehin schon klobige Design noch einmal deutlich unhandlicher macht. Dieser ist sehr steif, hart und vermittelt den Eindruck von billigem Plastik.

Das Gerät hat insgesamt hat zwar eine angenehme Größe für uns, fühlt sich aber alles andere als hochwertig an.

In Punkto Konnektivität hat sich das Ulefone bei uns keine Schwächen erlaubt. Jedoch fehlt das NFC und das Kabel wird über den mittlerweile veralteten Micro-USB-Port angedockt.

Kamera und Display

Das Display, wir hatten es bereits erwähnt, wirkt irgendwie nicht richtig eingebaut. Das bezog sich jedoch in erster Linie auf die Notch, die hier als Designelement dienen soll. Auf diese hätte man aber aus besagten Gründen besser verzichtet.

Das Display selbst wirkt nicht nur grobpixelig, sondern strengt nach einer Weile extrem an. Das Bild wirkt unsauber und einzelne Pixel sind mit dem bloßen Auge leicht zu erkennen. Selbst im Vergleich zu ähnlich aufgelösten Produkten wirkt dieses Display mangelhaft. Die Farben wurden jedoch ordentlich wiedergegeben. Daran haben wir hier nichts auszusetzen.

Die Kamera macht für ein Gerät im Low-Budget-Segment ordentliche Bilder, solange sich keine bewegten Objekte beim Motiv befinden und man auf Tageslicht zurückgreifen kann. Alles andere braucht hier eigentlich keine Erwähnung finden. Der Fokus reagiert zwar zügig, aber der Auslöser und die Blende arbeiten für bewegte Objekte zu langsam. Gleiches gilt wohl auf für die verwendete CPU. Der Bokeh-Effekt kann nur als unterirdisch bezeichnet werden und wirkt verwaschen, „unscharf“ und fehlerhaft. Dies deutet eher auf eine Softwarelösung als auf eine zweite Kamera hin, auch wenn die Daten etwas gegenteiliges behaupten. Wer also gute Bilder machen möchte ist mit diesem Gerät schlecht beraten.

 

Ulefone S10 Pro Benchmark

Software und Performance

Als positiv ist hier sicher das verwendete System Android 8.1 Oreo zu nennen. In Hinblick auf die Aktualität kann man angesichts des Preises sicher keine Wunder erwarten. Das gewählte System ist daher absolut in Ordnung. Updates standen zum Zeitpunkt unseres Testes jedoch nicht zu Verfügung. Die Sicherheitspatches stammen aus Juli 2018 und sind somit knapp 1 Jahr alt und somit als veraltet zu bezeichnen. Erfahrungsgemäß ist bei einem solchen Anbieter auch nicht mit einer Aktualisierung zu rechnen. Alles andere würde uns hier überraschen.

Die Software als solche wirkt zunächst aufgeräumt und nicht mit Bloadware verändert. Im Gegenteil, wir fanden ein nahezu unverändertes Android System vor. Die deutsche Sprache war verfügbar und führte uns weitestgehend sicher durch das System. Das waren allerdings auch schon alle positiven Aspekte. Denn selbst beim bloßen Scollen durch das System gab es bereits Microruckler und Denkpausen seitens der CPU. Wurde das System mit mehreren Programmen auch nur Ansatzweise gefordert, machte sich immer mehr bemerkbar, dass das System nicht sauber auf die Komponenten abgestimmt ist. Ob es nun an der mageren CPU, dem verwendeten Arbeitsspeicher oder der Software liegt, ist schwer zu sagen. Andere Geräte mit ähnlicher Ausstattung arbeiten da jedoch deutlich besser. Wir vermuten hier Software und Treiberprobleme.

Der Mediatek Prozessor MT 6739 ist ein 4-Kern-Prozessor und zählt heute zu der absoluten Unterklasse. Dies zeigt sich eben nicht nur bei der allgemeinen Systemperformance, sondern auch und insbesondere bei Spielen. Diese sind nahe zu unmöglich und führen bereits nach kurzer Zeit zu heftigen Rucklern und Aussetzern.

Akku, Mobilität und Outdoorfähigkeit

In Sachen Akku hat sich unser Gerät im normalen Betrieb ausdauernd gezeigt. Der 3350 mAh zeigte sich von einer guten Seite und hielt auch bei häufiger Nutzung recht gut durch. Über den Tag kamen wir problemlos. Bei Spielen wurde der Akku jedoch recht schnell leer gesaugt. Dies liegt aus unserer Sicht aber nicht am Akku selbst oder den verwendeten Komponenten, sondern einfach an der starken Hitzeentwicklung, die durch die permanente Überforderung entstand.

Die Outdoorfähigkeiten des Produktes wollen wir an dieser Stelle gar nicht weiter bewerten. Das Gerät erfüllt weder besondere Schutzzertifizierungen noch ist uns ein besonderer Schutz aufgefallen oder bekannt. Gut, dass im Auslieferungszustand bereits eine Displayschutzfolie aufgetragen war, wenn auch unsauber mit Blasen und Einschlüssen, sowie ein Bumper beilag.

Ulefone S10 Pro Benchmark II

Fazit

Das Gerät konnte uns in keinem der getesteten Bereiche überzeugen und machte bereits nach kurzer Zeit einfach keinen Spaß mehr. Wir haben und hier durch den Test gequält und können vom Kauf dieses Produktes nur abraten. Sei es das geühlte haptische Erlebnis oder auch die Performance des Gerätes. Alles wirkte irgendwie nicht richtig und einfach nur billig zusammengeschustert. Es steckte kein erkennbares Konzept dahinter. Lediglich der erste und flüchtige Eindruck hat uns hier gefallen. Dass es einfach auch besser geht, beweisen gleich mehrere Hersteller an dieser Stelle, allen voran der uns sehr lieb gewonnene Hersteller Xiaomi. Hier bekommt ihr für wenig Geld einfach viel mehr geboten. Dann hat man auch Freude an einem Low-Budget-Gerät. Unsere Empfehlung: Schaut euch doch mal das Xiaomi Redmi 6A (sponsored Link) bei Saturn an.

Dieser Testbericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit, sondern soll einen persönlichen Eindruck vom hier vorgestellten Gerät geben. Wir bitten um Entschuldigung für die schlechte Bildqualität der Produktbilder.