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GIGASET GS370

Wir haben für euch das GS370 von Gigaset getestet. Gigaset war ursprünglich der Markenname von Siemens als Gigaset Communications bekannt. Daher dürfte das Unternehmen für viele von euch ein Begriff sein. Allerdings befindet sich die Gigaset AG heute fest in chinesischer Hand. Der Hauptsitz der Gigaset AG befindet sich jedoch weiterhin in München und auch ein Teil der Produktion findet „wieder“ in Deutschland statt. Daher wirbt das Unternehmen zum Beispiel beim hauseigenen Produkt GS185 mit „Made in Germany“. Dies trifft jedoch nicht auf das getestete GS370 zu, welches, wie die meisten Smartphones heutzutage, „Made in China“ ist.

Gigaset GS370 Unboxing

Nun aber zu unserem „Testgerät“, welches wir im übrigen nicht von Gigaset gestellt bekommen haben und somit auch nicht irgendwelchen Vorgaben seitens des Herstellers unterliegen. Es sei aber schon soviel verraten: Wir sind vom Ergebnis selbst ein wenig überrascht und haben hier eine ganze Menge Smartphone für einen kleinen Preis gesehen. Apropo kleiner Preis. Der Hersteller selbst gibt einen Preis von 279 Euro an, was zunächst nicht nach einem Schnäppchen, sondern eher nach einem „normalen“ Preis klingt. Blickt man jedoch auf den sogenannten Straßenpreis, so wird schnell klar, dieses Smartphone muss man sich einfach näher anschauen.

SPEZIFIKATIONEN / SPECS

  • – Aluminium-Unibody-Gehäuse mit festverbauten 3000 mAh Akku
  • – 5,7″ Display mit einer Auflösung von 1440 x 720 Punkten
  • – Mediatek MT6750 Octa-Core-CPU mit Cortex A53 Kernen
  • – SAR Werte: 0,46 W/kg (Kopf) und 1,38 W/kg (Körper)
  • – Dual 13 MP Kamera hinten, 8 MP Kamera vorn
  • – Android 8.1 Oreo (Update), original Android 7.0
  • – LTE, Bluetooth 4.1, WLAN a/b/g/n
  • – 3 GB RAM, 32 GB Memory
  • – Fingerprint-Scanner

PRO

  • schlank, leicht, wertig verarbeitet
  • nur leicht gebogene Displayränder
  • Köpfhörer Klinkenbuchse
  • Alu-Unibody-Gehäuse
  • Dual-SIM + Micro-SD
  • gute Updatepolitik
  • ausdauernder Akku
  • Fingerprint

CONTRA

  • veralteter Micro-USB-Anschluss (kein USB-C)
  • magere Kamera, gerade bei bewegten Bildern
  • klassisch langweiliges Design (Business like)
  • kein NFC und somit kein mobiles bezahlen
  • keine IP Schutzzertifizierung
  • geringe Displayauflösung
Gigaset GS370 Smartphone

Verarbeitung, Konnektivität und Ergonomie

Die Verarbeitung des Gigaset GS370 hat uns insgesamt gut gefallen und kann als hochwertig bezeichnet werden. Über die Langlebigkeit kann zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nichts gesagt werden. Die drei Bedienknöpfe (Power sowie die beiden Lautstärkeregler) sind gut erreichbar und mit ausreichend Abstand voneinander getrennt um Verwechselungen zu vermeiden. Der Power-Button hat zudem einen roten Schimmer, was uns persönlich gut gefallen hat. Die scharfkantigen Knöpfe können aber durchaus polarisieren. Dem einen gefällt’s, dem anderen nicht. Positiv daran ist jedoch, dass sie sich gut „ertasten“ lassen. Den Druckpunkt empfanden wir als angenehm.

Was den Fingerabdruckscanner angeht, so gefällt uns die Integration auf der Rückseite besser als diesen im Display oder an der Seite zu haben. Die einhändige Bedienung ist damit deutlich leichter. Zudem gelang das Entsperren des Gerätes immer zielsicher und schnell. Dem Scanner kann damit eine gute Funktionalität bescheinigt werden.

Das Gerät liegt insgesamt durch sein gefühlt geringes Gewicht sehr gut in der Hand und ist gut ausbalanciert.

In Punkto Konnektivität hat sich das Gigsaset GS370 bei uns bisher keine Schwächen erlaubt. Einzig das fehlende NFC ist für ein Gerät mit Business-Anspruch ein No-Go und sollte in diesen Zeiten auch bei einem Mittelklasse-Gerät zum Standard gehören.

Kamera und Display

Kommen wir nun zu den eher weniger gelungenen Eigenschaften des Gigaset GS370. Dazu zählen zum einen das Display und zum anderen die Dual Kamera. Natürlich kann man bei einem Mittelklassegerät nicht das beste Display erwarten. Wir empfangen es aber als eher durchschnittlich und somit nicht zu den stärksten Eigenschaften des Gerätes. Gerade bei Spielen zeigen sich doch einige schwächen. Was in diesem Zusammenhang aber nicht schlimmt ist, da wir dieses Gerät ohnehin eher im Einstiegs-Business-Segment sehen. Hier spielt das Display sicher nicht die erste Geige. Und insgesamt ist das Display absolut in Ordnung. Bei den üblichen Anwendungen ist es daher völlig ausreichend und kommt so einem sparsamen Energieverbrauch zugute.

Die Kamera hingegen hat uns sehr enttäuscht. Bilder ohne Bewegungen gelingen gut, das kann jedoch jedes Budget Phone auch, sodass dies kein Bewertungskriterium sein kann. Der Bokeh-Effekt ist schlicht nicht zu gebrauchen und wirkt verwaschen und „unscharf“ am Rand. Dies deutet eher auf eine Softwarelösung als auf eine zweite Kamera hin. Wer also gute Bilder machen möchte ist mit diesem Gerät eher schlecht beraten.

Gigaset GS370 Software

Software und Performance

Sehr positiv überrascht waren wir beim Gigaset GS370 von den vielen Updates, die uns beim Einschalten erwarteten. In der Grundausstattung wurde das Gerät mit dem eher altbacken wirkenden Android 7.0 Nougat ausgeliefert. Fairerweise muss man aber sagen, dass die Markteinführung bereits  im Jahr 2017 war. Umso erfreulicher ist das Update auf Android 8.1 Oreo, was bei vielen Herstellern in  diesem Segment nicht selbstverständlich ist. Die Sicherheitsupdates sind aktuell aus November 2018. Somit zwar nicht mehr ganz frisch, aber gemessen am Markt immernoch ordentlich.

Durch das Update hat das Gigaset Gs370 noch einmal eine deutliche Aufwertung im Aussehen, der Software, der Funktionalität und der Bedienbarkeit erhalten. Die Icons wirken frischer, das Menü hochwertiger und die Performance des System insgesamt hat uns sehr gut gefallen. Alles wirkte flüssiger und stabiler als beim Vorgänger-Android. Die Installation des Updates ist also ein absolutes Muss für jeden Besitzer. In Sachen Performance haben wir hier auch kaum Schwächen gesehen. Dies ist sicher nicht zuletzt dem nahezu unveränderten Android System geschuldet. Bloadware ist hier Fehlanzeige und somit als absolut positiv zu bewerten.

Der Mediatek Prozessor MT 6750 ist zwar ein 8-Kern-Prozessor, zählt aber sicher nicht zur ersten Wahl bei Top-Geräten. Die knapp 55.000 Punkte im Antutu Benchmark wirken heute daher eher mickrig. Der Mediatek ist aber ein durchaus üblicher Vertreter in der unteren Mittelklasse, der uns hier absolut überzeugt hat. Gerade die Balance zwischen Sparsamkeit und Performance scheint bei diesem Gerät recht gut gelungen und mündet in einem flüssigen System mit ordentlicher Ausdauer. Dazu tragen vermutlich auch die 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Systemspeicher bei. Aus unserer Sicht ist das System damit gut ausgestattet.

In Sachen Spiele darf man hier jedoch keine Wunder erwarten. Die Performance des Systems bricht bei intensivem Spielen stark ein und das Gerät erwärmt sich zusehends und zieht dann auch den Akku sehr schnell leer. Dafür ist das Gerät einfach nicht gemacht.

Akku, Mobilität und Outdoorfähigkeit

In Sachen Akku hat sich unser Gerät aber sonst keine Schwächen erlaubt und eine gute Durchhaltefähigkeit gezeigt. Der zunächst recht klein wirkende 3000 mAh Kraftspender zeigte sich von der besten Seite und hielt auch bei häufiger Nutzung recht gut durch. Über den Tag zu kommen war also problemlos möglich. Wechelbar ist die Energiezelle jedoch nicht ohne weiteres, was bei Alu-Unibody-Gehäuse die Regel darstellt. Bei unseren Tests haben wir den Akku innerhalb von 50 Minuten von 20% auf 80% geladen. Ein recht ordentlicher Wert und ein weiteres Argument für das Gigaset Smartphone.

Was die Outdoorfähigkeit des GS370 angeht, so bleibt uns leider nur auf den Akku zu verweisen. In Sachem Schutz gibt es einige Punkte, die dieses Smartphone wenig für einen unsanften Umgang eignen lässt. Das fängt bei der fehlenden IP Schutz-Zertifizierung / Eigenschaft an. Schmutz und Spritzwasser sollten hier lieber fern bleiben. Zwar sei das Glas einer besonderen Härtung unterzogen worden, aber das nahezu marktübliche Gorilla-Glas wurde nicht verbaut. Wir haben auf einen Fall- und Bruchtest lieber verzichtet. Das Gigaset will ohnehin eher mit seiner zeitlosen Eleganz überzeugen. Für alle „Grobmotoriker“ unter euch ist an dieser Stelle eher ein anderes Gerät zu empfehlen.

 

Gigaset GS370 Software II

Fazit

Wir haben mit dem Gigaset GS370 ein grundsolides Smartphone gesehen, welches durch sein klassisches Design nahezu zeitlos wirkt und gewisse Businesstauglichkeiten mitbringt. Gute Sicherheitsupdates und eine gute Akku Laufzeit gehören zweifellos zu den Pluspunkten dieses Gerätes. Auch das große Display weiß zu gefallen. Negativ sind der veraltete Micro-USB-Anschluss, das fehlende NFC und die für uns relativ schlechte Kamera. Die flüssige Handhabung des Gerätes macht Spaß und gefällt uns insbesondere angesichts des günstigen Markpreises sehr gut. Für wenig Geld erhält man hier ein gutes Gerät.

Dieser Testbericht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit, sondern soll einen persönlichen Eindruck vom hier vorgestellten Gerät geben.